Kastration bei Hund und Katze

Dieses Thema wirft unter Tierbesitzern viele Fragen auf, teilweise wird es sogar kontrovers diskutiert. Wann ist eine Kastration sinnvoll? Mit welchen "Nebenwirkungen" ist zu rechnen?

 

Zunächst einmal sollten die Begriffe Kastration und Sterilisation geklärt werden.
Bei der Sterilisation handelt es sich lediglich um eine Unterbindung der Eileiter bzw. Samenleiter, welche in der Tiermedizin jedoch kaum Anwendung findet.
Die Kastration beinhaltet die Entfernung der Keimdrüsen, sprich bei weiblichen Tieren die Eierstöcke und bei männlichen Tieren die Hoden. Damit wird also nicht nur eine Fortpflanzungsunfähigkeit sondern auch ein Wegfall der Geschlechtshormone (welche z.B. bei der Kätzin die Rolligkeit auslösen) erreicht.

 

Bei der Frage "Kastration, ja oder nein ?" muß auf jeden Fall zwischen Hund und Katze unterschieden werden.

 

Katze:

 

Freigängerkatzen sollten aus Tierschutzaspekten immer kastriert werden und zwar am besten vor dem Eintritt der Geschelchtsreife, das heißt zwischen 5. und 6. Monat. Jeder Besitzer einer Freigängerkatze sollte hier seinen Beitrag zum Tierschutz leisten, denn die Tierheime platzen aus allen Nähten!
Aber auch Wohnungskatzen profitieren gesundheitlich von einer frühzeitigen Kastration. So haben z.B. unkastrierte Kätzinnen im Alter ein wesentlich höheres Risiko an Tumoren des Gesäuges (zu ca. 90% bösartig) zu erkranken als kastrierte Tiere.
Als "Nebenwirkung" der Kastration ist die Neigung zur Gewichtszunahme zu nennen, da sich durch die Kastration der Energiebedarf um ca. 1/3 verringert. Um Übergewicht mit all seinen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden empfielt sich nach der Kastration insbesondere bei Wohnungskatzen die Fütterung eines energiereduzierten Futters (z.B. spezielle Futtermittel für kastrierte Katzen)

 

Hund:

 

In südlichen und osteuropäischen Ländern dient die Kastration von Straßenhunden dem Verhindern der unkontrollierten Vermehrung und dem damit verbundenen Tierelend. Da in Deutschland der Familienhund doch weitestgehend unter Kontrolle des Besitzers ist und sich im Normalfall nicht ungehindert vermehren kann ist die Kastration aus diesem Gesichtspunkt meist nicht notwendig.

Die Frage ob der Hund kastriert werden soll oder nicht, sollte immer individuell entschieden werden.
 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration?

Der "richtige Zeitpunkt" wird selbst in Fachkreisen kontrovers diskutiert.
Einige Experten Raten zur Kastration vor der Geschelchtsreife.
Aus eigenen Erfahrungen raten wir in unserer Praxis dazu, die Hunde aus verhaltensmedizinischen Gründen erst nach der Geschelchtsreife zu kastrieren (Hündinnen zwischen 1. und 2. Läufigkeit, Rüden einige Zeit nachdem sie sicher "ihr Beinchen heben").

 

Was erwarte ich von einer Kastration?

Folgende Vorteile einer Kastration sind zu nennen:

  • Verringerung des Risikos des Auftretens von Gesäugetumoren bei Hündinnen, wenn die Kastration spätestens vor der 2. Läufigkeit stattfindet
  • keine Gebärmuttererkrankungen im Alter (routinemäßig wird neben den Eierstöcken auch die Gebärmutter entfernt)
  • Verhinderung von Scheinträchtigkeiten bei Hündinnen
  • Verringerung des Sexualtriebes bei Rüden - dies kann insbesondere bei sexuell stark motivierten Rüden das Zusammenleben mit dem Menschen sehr erleichtern

Allerdings muss man ganz klar sagen, dass durch eine Kastration der Hund nicht automatisch ruhiger wird oder besser hört. Der Eingriff stellt also keinen Ersatz für eine gute Erziehung des Hundes dar.

Natürlich ist die Kastration auch beim Hund nicht ohne Nebenwirkungen.
Da diese rassebedingt sehr unterschiedlich ausfallen können, bedarf es unbedingt der individuellen Beratung durch den Tierarzt.

   
Kleintierpraxis
an der Pferderennbahn
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